Gastherme: Flamme geht immer wieder aus.

Die Gastherme startet, die Flamme zündet kurz – und geht dann wieder aus. Häufig folgt eine Störmeldung, weil die Ionisationsüberwachung keine stabile Flamme erkennt. Das Problem kann von einfacher Luft im System bis zu sicherheitsrelevanten Gas- oder Abgasfehlern reichen.

KURZANTWORT

Am häufigsten führt eine gestörte Flammenerkennung (Ionisationselektrode verschmutzt/fehlerhaft oder schlechter Brennerkontakt) dazu, dass die Therme nach dem Zünden sofort wieder abschaltet. Erster Schritt: einmalig Reset ausführen und prüfen, ob Gasabsperrhahn offen ist sowie der Anlagendruck im Sollbereich liegt. Tritt der Flammenabriss wiederholt auf, muss ein Fachbetrieb die Ionisationsstromwerte, Gasdruck und Abgasführung messen.

Mögliche Ursachen

Ionisationselektrode verschmutzt, falsch positioniert oder defekthäufig

Die Ionisationsüberwachung misst einen sehr kleinen Flammenstrom (µA-Bereich). Bei Belag, falschem Abstand zur Flamme, Keramikriss oder schlechtem Steckkontakt fällt der Ionisationsstrom nach dem Zünden ab – die Regelung sperrt das Gas aus Sicherheitsgründen.

Schlechter Brennerkontakt / Masseproblem (Erdung) im Geräthäufig

Für eine stabile Ionisationsmessung braucht das Gerät eine saubere elektrische Referenz (Masse). Korrosion, lockere Schraubverbindungen, beschädigtes Zündkabel oder fehlender Schutzleiter können den Messkreis stören und Flammenabriss direkt nach Start verursachen.

Zu niedriger oder schwankender Gasdruck / Gasversorgung eingeschränktgelegentlich

Bei zu geringem Fließdruck oder schwankender Versorgung zündet der Brenner kurz, die Flamme wird aber instabil und reißt ab. Ursachen reichen von teilgeschlossenen Absperrarmaturen über verschmutzte Gasfilter bis zu Problemen im Gasregler oder Versorgungsnetz.

Gasarmatur (Ventilblock) regelt nicht stabil oder schaltet abgelegentlich

Wenn die Gasarmatur nicht sauber öffnet, hängen bleibt oder die Ansteuerung fehlerhaft ist, kann die Flamme nach der Zündung sofort abmagern und erlöschen. Typisch sind wiederkehrende Startversuche, gelegentlich mit wechselndem Flammenbild.

Zündproblem: Zündfunke vorhanden, aber Flammenbildung unzuverlässiggelegentlich

Falscher Elektrodenabstand, verschlissene Zündelektrode, beschädigtes Zündkabel oder zu große Zündstrecke können zu „kurzem Anbrennen“ und anschließendem Ausgehen führen. Die Ionisation erkennt dann keine durchgehende Flammenfront.

Abgas-/Luftführung gestört (LAS), Kondensat, Vereisung, Unter-/Überdruckgelegentlich

Bei Brennwertgeräten kann eine teilweise blockierte Luft-/Abgasführung oder Kondensatstau die Verbrennungsluftmenge verändern. Die Flamme wird instabil, das Gerät schaltet ggf. über Luftdruckwächter/Abgassensor ab oder die Ionisation bricht weg.

Wärmetauscher/Brenner verschmutzt, falsches Luft-Gas-Verhältnisselten

Staub, Oxidation oder Ablagerungen am Brenner und im Wärmetauscher verändern die Flammenstabilität. Besonders bei modulierenden Geräten kann ein falsches CO2/O2-Setup (z.B. nach Arbeiten am Gerät) zu Flammenabriss in bestimmten Leistungsbereichen führen.

Das können Sie selbst prüfen

  • Gasabsperrhahn am Gerät/ Zählerplatz: Sichtprüfung „offen“ (Hebel parallel zur Leitung). Keine Arbeiten an Gasleitungen durchführen.
  • Einmalig Reset/Entstören ausführen und beobachten, ob die Störung sofort wiederkommt (nicht in Dauerschleife resetten).
  • Anlagendruck am Manometer/Display ablesen: typischer Sollbereich kalt ca. 1,0–1,5 bar (hersteller-/höhenabhängig). Bei deutlich zu niedrigem Druck Fachbetrieb kontaktieren; nur nach Anleitung des Herstellers nachfüllen.
  • Raumthermostat/Regler prüfen: Heizanforderung vorhanden, Batterien ok, Zeitprogramm korrekt; testweise Solltemperatur deutlich höher stellen.
  • Kondensatablauf sichtbar prüfen (wenn zugänglich): Schlauch nicht geknickt, Siphon nicht offensichtlich leer/undicht; bei Stau/Überlauf Gerät ausschalten und Fachbetrieb rufen.
  • Lüftungssituation prüfen: Lüftungsöffnungen/Zu- und Abluft im Aufstellraum nicht abdecken; keine Dunstabzugshaube im selben Luftverbund ohne Freigabe betreiben.
  • Fehlercode/Displaytext notieren (inkl. Uhrzeit und ob Zündversuche hörbar sind) – das beschleunigt die Diagnose.

So prüft der Techniker

Profi-Diagnose in sinnvoller Reihenfolge — nur für Fachpersonal.

  1. 1.Sicht- und Sicherheitscheck: Gerätezustand, Abgasweg/LAS, Kondensatsiphon, Steckverbindungen, Schutzleiter/Erdung; Fehlerhistorie auslesen und Betriebszustände beim Start protokollieren.
  2. 2.Ionisationsstrom messen (µA): Messung im Ionisationskreis gemäß Hersteller (Serienmessstelle oder in Reihe). Sollwerte je nach Gerät häufig ca. 2–8 µA; unter ca. 1–2 µA typischer Flammenabriss. Elektrode reinigen/positionieren, Keramik prüfen, Kabel/Stecker und Massepunkt prüfen.
  3. 3.Zündanlage prüfen: Funkenstrecke/Elektrodenabstand nach Vorgabe, Isolationsprüfung Zündkabel, Zündtrafo-Ausgang (Funkenbild unter Last), Flammenbild am Brenner beurteilen; ggf. Elektroden/Brennerdichtung erneuern.
  4. 4.Gasdruck prüfen: Ruhedruck und Fließdruck am Messstutzen der Gasarmatur/Anschlussleitung messen; mit Gerätevorgaben und Netzvorgaben vergleichen. Bei Abweichung: Gasfilter/Armaturen, Regler, Dimensionierung prüfen; keine „Nachjustage“ ohne Abgasmessung.
  5. 5.Gasarmatur/Regelung: Ventil-Ansteuerung (Spannung/PWM je nach System), Ventilöffnungszeiten, Dichtigkeit prüfen; bei instabilem Start ggf. Ventilblock nach Herstellertest ersetzen.
  6. 6.Verbrennungsanalyse/Setup: Abgasmessung (O2/CO2/CO, Abgastemperatur), CO im Abgas bewerten und Luftzahl/Lambda prüfen; Gas-Luft-Verhältnis in Start- und Teillastbereich kontrollieren, ggf. Grundeinstellung/CO2-Abgleich nach Herstellervorgabe.
  7. 7.Luft-/Abgasdrucküberwachung: Differenzdruckschalter/Pressostat bzw. Gebläse-Drehzahlfeedback prüfen, Venturi/Schläuche reinigen, Dichtheit und Kondensat in Messleitungen prüfen; LAS auf Teilverstopfung/Vereisung/Fehlgefälle kontrollieren.
  8. 8.Thermische/regelungstechnische Abbrüche abgrenzen: Vorlauf-/Abgas-/STB-Sensorwerte plausibilisieren (Ohm/NTC-Kennlinie), Pumpenlauf und Volumenstrom prüfen; sicherstellen, dass nicht eine andere Abschaltbedingung fälschlich als Flammenabriss interpretiert wird.

Wann zum Fachbetrieb?

Sofort Fachbetrieb/Notdienst rufen bei Gasgeruch, Abgasgeruch, ausgelöstem CO-Warner, Rußspuren am Gerät oder wiederholten Fehlstarts. Ebenfalls zwingend, wenn die Therme nach Reset erneut abschaltet oder Fehlercodes zur Flammenüberwachung/Abgasüberwachung anzeigt. Nicht weiter betreiben, wenn die Störung häufiger auftritt oder die Abgasführung verdächtig ist.

Was kostet das?

Typisch: Anfahrt + Diagnose ca. 120–250 €. Reinigung/Justage (Elektrode/Brenner, Messungen) oft 180–350 €; Bauteiltausch wie Ionisationselektrode/Zündelektrode meist 220–450 €, Gasarmatur oder Gebläse häufig 450–900 € inkl. Mess- und Einstellarbeiten (regional und geräteabhängig).

Fehlercode im Display?

Typisch sind Fehlercode-Familien rund um Flammenerkennung/Ionisation (Flamme nicht erkannt, Flammenverlust), Zündung sowie Luft-/Abgasüberwachung (Pressostat/Gebläse/Abgas). Je nach Hersteller finden sich z.B. bei Vaillant häufig F.28/F.29 (Zündung/Flammenverlust), bei Viessmann oft Störungen im Bereich Flammenüberwachung (z.B. F4) oder Luft-/Abgasführung; genaue Bedeutung steht im Gerätespeicher und der Serviceanleitung.

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Häufige Fragen

Q:Warum zündet die Gastherme kurz und geht nach 2–5 Sekunden wieder aus?

Das ist klassisch für „Flamme erkannt nein/zu schwach“: Die Ionisationsüberwachung bekommt keinen stabilen Ionisationsstrom. Häufig sind Elektrode/Brenner verschmutzt, der Abstand passt nicht oder ein Masse-/Kontaktproblem stört den Messkreis. Seltener ist die Flamme real instabil durch Gasdruck- oder Luft-/Abgasprobleme.

Q:Kann ich die Ionisationselektrode selbst reinigen?

Als Betreiber nicht empfehlenswert: Dafür muss das Gerät geöffnet und in den Brennraum eingegriffen werden (Gas/Abgas/elektrische Sicherheit, Dichtungen, Verbrennungseinstellung). Eine unsachgemäße Reinigung oder Montage kann zu Abgas- und CO-Gefahr führen. Sicherer ist: Fehlercode notieren, einmal resetten, dann Fachbetrieb beauftragen.

Q:Hilft höher stellen am Thermostat oder Warmwasser länger laufen lassen?

Wenn die Flamme abreißt, liegt kein „Regelproblem durch zu geringe Anforderung“ vor, sondern eine Sicherheitsabschaltung. Höhere Sollwerte können höchstens zeigen, dass überhaupt eine Anforderung anliegt. Die Ursache sitzt meist im Bereich Flammenerkennung, Gas-Luft-Verhältnis oder Abgasführung.

Q:Warum tritt der Flammenabriss nur bei Wind, Frost oder gleichzeitig laufender Dunstabzugshaube auf?

Das deutet auf eine Störung der Verbrennungsluft/Abgasführung oder auf Unterdruck im Gebäude hin. Wind/Vereisung kann das LAS beeinflussen; Abluftgeräte können Unterdruck erzeugen und die Luftversorgung stören. Das ist sicherheitsrelevant und muss über Abgaswegprüfung und Messungen fachgerecht abgeklärt werden.

Q:Die Therme läuft nach Reset manchmal wieder – ist das dann harmlos?

Nein: Ein sporadischer Betrieb passt zu wackeligen Kontakten, beginnenden Elektrodenproblemen, schwankendem Gasdruck oder pressostat-/gebläsebedingten Grenzfällen. Wiederholtes Reset ist keine Lösung und kann die Störung verschleiern. Besser zeitnah messen lassen (Ionisationsstrom, Gasdruck, Abgaswerte).

VERWANDTE RATGEBER

Arbeiten an Gas-, Öl- und Elektroinstallationen dürfen nur durch qualifiziertes Fachpersonal durchgeführt werden. Alle Angaben ohne Gewähr.