Wärmepumpe heizt nicht.

Die Wärmepumpe läuft, aber die Räume werden nicht warm: ein typisches Symptom bei falschen Sollwerten, aktiven Sperrzeiten oder fehlendem Volumenstrom. Oft arbeitet der Verdichter, aber die Wärme kommt nicht im Heizkreis an. Mit den folgenden Checks trennst du Bedienfehler von echten Störungen.

KURZANTWORT

Am häufigsten verhindern falsche Heizkurve/Sollwerte, aktive Sperrzeiten oder ein zu geringer Volumenstrom (z. B. geschlossene Thermostatventile/Filter zu) die Wärmeabgabe. Prüfe zuerst am Regler, ob „Heizen“ aktiv ist, keine Sperrzeit anliegt und die Vorlauftemperatur im Heizbetrieb tatsächlich ansteigt. Öffne danach alle Heizkreise/Thermostate vollständig und kontrolliere den Anlagen- und Heizkreis-Druck.

Mögliche Ursachen

Heizbetrieb/Sollwerte falsch (Heizkurve, Raum-Soll, Betriebsart)häufig

Wenn die Heizkurve zu niedrig eingestellt ist oder die Anlage auf „Sommer/Auto“ ohne Heizanforderung steht, läuft die Wärmepumpe ggf. nur für Warmwasser oder taktet ohne nennenswerten Heizvorlauf. Auch ein zu niedriger Raum-Sollwert oder falsch parametrierte Raumaufschaltung führt dazu, dass keine Heizfreigabe entsteht.

Sperrzeiten/EVU-Sperre oder Zeitprogramme blockieren Heizenhäufig

Netzbetreiber-Sperrzeiten (SG-Ready/EVU-Kontakt), Zeitprogramme oder Absenkphasen können die Heizfreigabe verhindern, obwohl die Anlage „läuft“ (z. B. Pumpenlauf/Frostschutz). Typisch: Verdichter steht oder läuft nur kurz, Vorlauf bleibt niedrig, Status zeigt „Sperre“/„Blockiert“/„Warten“.

Zu geringer Volumenstrom im Heizkreis (Ventile zu, Filter/Sieb zu, Luft)häufig

Geschlossene Thermostatventile, zugedrehte Fußbodenheizungs-Kreise, verschmutzte Schmutzfänger oder Luft im System reduzieren den Durchfluss. Dann steigt die Vorlauftemperatur am Gerät schnell an, die Spreizung wird unplausibel und die Wärme kommt nicht in die Fläche.

Umwälzpumpe/Heizkreispumpe läuft nicht oder falsche Stufe/Regelartgelegentlich

Eine stehende, blockierte oder falsch geregelte Pumpe (PWM/0–10V/feste Stufe) verursacht praktisch „keinen Transport“ der Wärme. Oft ist das am fehlenden Strömungsgeräusch, sehr heißem Vorlauf am Gerät und kaltem Rücklauf/Verteiler erkennbar.

Hydraulikproblem: Bypass/Mischer falsch, Weiche/Puffer falsch eingebundengelegentlich

Falsch eingestellte oder defekte Mischventile, ein ständig offener Bypass oder ungünstige Weichen-/Pufferhydraulik kann den Wärmestrom kurzschließen. Ergebnis: Wärmepumpe produziert Wärme, aber der Heizkreis bekommt zu wenig oder nur lauwarm (Rücklaufanhebung, Kurzschlussströmung).

Abtau-/Frostschutzbetrieb oder niedrige Quellentemperatur begrenzt Leistunggelegentlich

Bei Luft/Wasser-Wärmepumpen kann häufiges Abtauen oder sehr kalte Außenluft die effektive Heizleistung stark reduzieren. Das Haus kühlt aus, obwohl der Verdichter läuft, insbesondere bei zu hoher Heizkurve oder unzureichendem Volumenstrom (Abtauenergie fehlt im System).

Sensor-/Regelungsfehler (Vorlauf/Rücklauf/Außenfühler) oder Störung mit Notbetriebselten

Fühlerdrift, Wackelkontakt oder falsche Montageposition führt zu falschen Temperaturen in der Regelung (z. B. „denkt“ die Anlage, der Vorlauf sei warm genug). Teilweise läuft die Anlage im Notbetrieb, schaltet auf Heizstab oder sperrt den Verdichter, ohne dass sofort klar ist, warum es kalt bleibt.

Das können Sie selbst prüfen

  • Regler prüfen: Betriebsart „Heizen“ aktiv, Raum-Soll/Heizkurve plausibel, keine Urlaubs-/Absenkphase. Statusmeldungen wie „Sperre“, „EVU“, „SG-Ready“, „Warten“ kontrollieren.
  • Zeitprogramme/Sperrzeiten checken: Heizzeiten und ggf. Warmwasserzeiten vergleichen; testweise für 2–3 Stunden durchgehend „Komfort/Heizen“ einstellen.
  • Thermostatventile/FBH-Kreise vollständig öffnen: Alle Raumthermostate auf максимal/„auf“ stellen, Einzelraumregelungen nicht „zu“. Ziel: Volumenstrom sicherstellen.
  • Anlagendruck am Manometer ablesen (nur ablesen): Bei vielen Einfamilienhäusern sind kalt oft ca. 1,2–1,8 bar üblich (abhängig von Gebäudehöhe). Bei deutlich zu niedrigem Druck Heizleistung und Durchflussprobleme möglich.
  • Sicht- und Hörcheck am Heizkreis: Sind Verteiler/Heizkörper oben kalt, unten kalt (kein Durchfluss)? Gibt es Gluckergeräusche (Luft)? Nur wenn du es sicher beherrschst: Heizkörper an Entlüftern kurz entlüften, danach Druck erneut prüfen.
  • Einmaliger Reset/Neustart: Anlage gemäß Bedienungsanleitung 1x zurücksetzen (keine wiederholten Resets). Danach beobachten, ob Vorlauf im Heizbetrieb ansteigt und Heizkreise warm werden.

So prüft der Techniker

Profi-Diagnose in sinnvoller Reihenfolge — nur für Fachpersonal.

  1. 1.Betriebszustände auslesen und dokumentieren: Verdichterstatus, Heizanforderung, Sperreingänge (EVU/SG-Ready), Soll-/Istwerte (Außen, VL, RL, WW), Betriebsstunden und Störhistorie; prüfen, ob tatsächlich Heizbetrieb angefordert wird.
  2. 2.Volumenstrom verifizieren: Durchflussanzeige/WMZ/Flow-Sensor auslesen oder per Δp/ Pumpenkennlinie plausibilisieren; Spreizung im Heizbetrieb messen (typisch FBH oft ~3–7 K, Heizkörper eher ~5–10 K je nach Auslegung). Auffälligkeiten: sehr hohe Spreizung = zu wenig Durchfluss, sehr niedrige Spreizung bei warmem Gerät = Kurzschluss/BYPASS.
  3. 3.Hydraulik prüfen: Schmutzfänger/Siebe, Rückschlagventile, Abgleich am FBH-Verteiler, Mischventil-/Bypassstellung, hydraulische Weiche/Puffer (Temperaturschichtung, Fühlerpositionen). Kurzschlussströmungen durch falsche Pumpenrichtung oder offene Überströmventile ausschließen.
  4. 4.Pumpen und Ansteuerung prüfen: Heizkreispumpe elektrisch/mechanisch (Leistungsaufnahme, Drehzahl/PWM-Signal, Blockierschutz), Entlüftung/Entgasung, Luftabscheider. Bei mehreren Pumpen (WP intern/extern) den richtigen Pumpenbetrieb im jeweiligen Modus sicherstellen.
  5. 5.Kältekreis-/Leistungsprüfung (WP-seitig): Leistungsaufnahme, Verdampfer-/Kondensatortemperaturen, ggf. Hoch-/Niederdruckwerte (je nach Gerät verfügbar), Überhitzung/Unterkühlung soweit zugänglich; Abtauverhalten und Vereisungsbild prüfen (Luft/Wasser).
  6. 6.Sensorik/Regelung validieren: Fühlerwiderstände/Signal plausibilisieren, Montage (Anlegefühler richtig geklemmt/isoliert), Vergleichmessung mit Referenzthermometer an VL/RL; Regelparameter (Heizkurve, Mindest-VL, Parallelverschiebung, Raumaufschaltung, Hysterese) mit Anlagenauslegung abgleichen.
  7. 7.Elektro/Schutzkette prüfen: EVU-Sperrkontakt, Durchflussschalter/Strömungswächter, Sicherheitstemperaturbegrenzer, Heizstab-Freigabe, Fehlerrelais; Spannungsversorgung und Klemmenverbindungen auf Erwärmung/Lockerheit prüfen.
  8. 8.Funktionsprobe unter definierter Last: Heizkreise öffnen, feste Heizanforderung setzen, Messprotokoll über 20–30 Minuten (VL/RL, Volumenstrom, elektrische Leistung, ggf. WMZ) erstellen und Abweichungen zur Sollleistung bewerten.

Wann zum Fachbetrieb?

Wenn Störmeldungen wiederkehren, der Anlagendruck nicht stabil bleibt (häufiges Nachfüllen), Sicherungen auslösen oder der Verdichter ungewöhnliche Geräusche macht, muss der Fachbetrieb ran. Arbeiten an elektrischen Komponenten, Kältekreis, Pumpentausch und Eingriffe in die Hydraulik gehören in Profihand. Bei Verdacht auf Wasserschaden/Leckage sofort abschalten und absperren lassen.

Was kostet das?

Typisch sind 120–250 € für Anfahrt und erste Diagnose (je nach Region/Zeiten). Reinigung Schmutzfänger/Entlüften/Parameterkorrektur liegt oft bei 150–400 €, Pumpentausch meist 400–900 €, Sensoren/Anlegefühler häufig 80–250 € plus Arbeitszeit.

Fehlercode im Display?

Typisch bei „läuft, aber heizt nicht“ sind Fehler-/Hinweiscodes rund um Durchfluss/ΔT (Flow/Strömungswächter), Vorlaufübertemperatur, Pumpenstörung, EVU/SG-Ready-Sperre sowie Fühlerfehler (Außen/VL/RL). Je nach Hersteller erscheinen z. B. Flow-/ΔT-Alarme, „Heizkreis gesperrt“, „Abtauung aktiv“ oder NTC-Fühlerfehler (Kurzschluss/Unterbrechung).

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Häufige Fragen

Q:Die Wärmepumpe läuft, aber die Heizkörper bleiben kalt – wie kann das sein?

Meist fehlt der Volumenstrom: Thermostatventile/Heizkreise sind zu, ein Filter ist zugesetzt oder Luft blockiert den Durchfluss. Dann produziert die Wärmepumpe Wärme, sie kommt aber nicht in die Heizflächen. Öffne testweise alle Ventile/Kreise vollständig und prüfe den Anlagendruck.

Q:Welche Sollwerte sind typisch, damit es warm wird?

Bei Fußbodenheizung liegen Vorlaufsollwerte häufig grob zwischen 28–40 °C, bei Heizkörpern oft höher (z. B. 40–55 °C), abhängig von Gebäude und Auslegung. Wenn deine Heizkurve sehr niedrig steht, erreicht der Vorlauf die nötige Temperatur nicht. Änderungen immer in kleinen Schritten vornehmen und 24 Stunden Wirkung abwarten.

Q:Was bedeutet EVU-Sperre oder Sperrzeit bei der Wärmepumpe?

Dann ist die Wärmepumpe durch den Netzbetreiber oder ein Energiemanagement zeitweise blockiert, meist über einen Eingangskontakt. In der Sperrzeit kann der Verdichter aus bleiben, während Pumpen/Frostschutz weiterlaufen. Prüfe am Regler den Status und die Zeitprogramme; bei unklarer Verdrahtung muss der Fachbetrieb messen.

Q:Wie erkenne ich zu wenig Volumenstrom ohne Messgerät?

Indizien sind: Vorlauf am Gerät wird schnell heiß, Rücklauf bleibt deutlich kälter, Heizflächen/Verteiler bleiben kalt und es gibt Strömungs-/Gluckergeräusche. Bei FBH zeigen Durchflussmesser am Verteiler oft sehr niedrige Werte. Die sichere Bestätigung erfolgt über Spreizung und Volumenstrommessung durch den Techniker.

Q:Hilft es, die Wärmepumpe einfach öfter zu resetten?

Ein einmaliger Reset kann nach einer temporären Störung helfen, mehrfache Resets hintereinander verschleiern aber die Ursache und können Folgeschäden begünstigen. Besser: Status/Störtext notieren, Sollwerte und Sperren prüfen und dann gezielt diagnostizieren. Bei wiederkehrender Störung Fachbetrieb beauftragen.

VERWANDTE RATGEBER

Arbeiten an Gas-, Öl- und Elektroinstallationen dürfen nur durch qualifiziertes Fachpersonal durchgeführt werden. Alle Angaben ohne Gewähr.